Umgang mit Taubildung

Die Mitglieder der Fachgruppe Astrofotografie haben sich zum Ziel gesetzt, die zahlreichen, von Auge meist nicht sichtbaren astronomischen Objekte abzubilden und deren Natur sichtbar zu machen. Unterschiedliche Aufnahmeverfahren oder Vergleiche mit früheren Aufzeichnungen liefern wertvolle Erkenntnisse über die Eigenschaften der Objekte und deren zeitlichen Veränderungen. Nebst der Anwendung bewährter Aufnahme- und Bildbearbeitungstechniken engagieren sich die Mitglieder auch in der Evaluation neuer Methoden. Dank der ästhetischen Veranschaulichung und Sichtbarmachung der astronomischen Objekte tragen die Mitglieder der Fachgruppe wesentlich dazu bei, das Verständnis über Natur und Kosmos in der breiten Bevölkerung zu verbreiten und zu stärken.

Website der Fachgruppe: www.astrofoto.ch

Moderator: sterngucker

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brimborium
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Umgang mit Taubildung

Beitrag von brimborium »

Hallo zusammen

Das Hobby ist relativ neu für mich. Habe ein kleines Setup, mit dem ich bisher viel Spass hatte (iOptron Skyguider Pro, RedCat, ASI1600mm Pro, guidescope). Auf den Winter hin habe ich aber zunehmend Probleme mit Taubildung.
Ich weiss, dass es für die Optik Dew-Heater gibt (schaue mich da schon um) und mein Sensor sollte grundsätzlich unproblematisch sein. Jedoch finde ich es ein bisschen bedenklich, dass der ganze Rest (Tracker, Laptop, Energieversorgung) schon nach wenigen Minuten vor Tau nur so trieft.
Gibt es dafür gängige Lösungen?

Habe mich bisher hauptsächlich auf meine Dachterasse beschränkt, dort habe ich Strom und genügend Platz. Aber wenn ich da die ganze Nacht mit dem Fön rumrenne, hat weder PHD2, noch meine Stromrechnung, noch der Fön besonders viel Freude...

Gruss
Stefan
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peter
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Re: Umgang mit Taubildung

Beitrag von peter »

Hallo Stefan

Heikel ist vor allem der Strom. Hier solltest du Steckdosen für den Aussenbereich verwenden, oder nur Batteriestrom einsetzen.

Um die Entstehung von Tauwasser zu verhindern, gibt es zwei Möglichkeiten: Heizung und Abschirmung gegen den Himmel. Es ist nämlich so, dass ein Temperaturausgleich nicht nur über Luft (Konvektion) erfolgt, sondern auch über Strahlung. Jede Oberfläche, die den Nachthimmel sieht, strahlt Wärme ins Weltall ab und erhält aber nur das Strahlungsäquivalent von 3 Kelvin zurück. Es findet also eine Abkühlung unter Umgebungstemperatur statt und das führt zu Tauwasser.

Die Lösung ist, alle empfindlichen Teile mit einem "Dach" zu schützen. Also eine Abdeckung über Stromadapter, etc. eine Abdeckung über den Computer, Tracker, etc. Oder ein paar Grad über die Umgebungstemperatur aufzuheizen.

Generell ist aber vor Beobachtung/Fotografie unter solchen Bedingungen abzuraten. Im Winter ist die Luft normalerweise trocken. Im Moment haben wir einfach sehr hohe Luftfeuchtigkeit nahe dem Taupunkt.

Gruss, Peter
8" SCT, Canon 700D unmodifiziert, AST8300B CCD
brimborium
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Re: Umgang mit Taubildung

Beitrag von brimborium »

Hallo Peter
Danke erstmal für die ausführliche Antwort.
Keine Angst, bezüglich Strom bin ich gut aufgestellt, aber danke für den Hinweis.
Die Idee mit der Abschirmung spezifisch gegen den Himmel ist mir bis jetzt noch nicht gekommen. Das macht sehr viel Sinn, werde das definitiv ausprobieren.
Aber fast wichtiger finde ich den Hinweis, dass es auf den Winter hin besser wird. Freue mich bereits darauf.
Gruss, Stefan
brimborium
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Re: Umgang mit Taubildung

Beitrag von brimborium »

Habe die empfohlenen Massnahmen umgesetzt (Laptop in eine Box, Mount+Kamera gegen oben abgedeckt) und hatte keine Probleme mehr mit Taubildung. Vielen Dank nochmals.

Hier noch das Resultat dieser Session: M45. RedCat + ASI1600mm Pro auf iOptron Skyguider Pro. Bearbeitet mit PixInsight (Anfänger, nehme also jegliches Feedback gerne entgegen!).
M45 (LRGB); 25x120s pro Kanal (LRGB) + [Kalibrierdaten: 30x Flat/Kanal + 25x120s Dark].
M45 (LRGB); 25x120s pro Kanal (LRGB) + [Kalibrierdaten: 30x Flat/Kanal + 25x120s Dark].
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B4silio
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Re: Umgang mit Taubildung

Beitrag von B4silio »

Sehr schönes Bild!

Die Farben gefallen mir sehr gut, man kann sehr gut die wärmeren und kälteren Sternen unterscheiden, wobei der Hauptton der Fäden und des Staubs erhalten bleibt.

Für die Nachbearbeitung könnte ich raten, eine StarMask für den Stretching zu verwenden um ein Bisschen weniger "Blotchy Stars" zu haben aber gleichzeitig den Nebel zum Vorschein bringen.

Auf jedem fall, très beau!
RC 8", HEQ 5+, Canon 5D3 (unmodifizierte), ASI 183 MC-Pro
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