Klima in der Sternwarte

Immer häufiger werden bestimmte astronomische Beobachtungen und wertvolle wissenschaftliche Aufzeichnungen von engagierten Amateurastronomen vorgenommen. In Abhängigkeit eigener Interessen sowie des zur Verfügung stehenden Equipments in Sternwarten und Beobachtungsstationen haben sich die Amateure auf bestimmte Tätigkeitsgebiete spezialisiert und darin hohe Kompetenzen erworben. Die Mitglieder der Fachgruppe Sternwarten teilen ihre Erfahrungen und zeigen auf, mit welchem Equipment die einzelnen Tätigkeitsgebiete bedient werden können.

Website der Fachgruppe: www.observatories.ch

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peter
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Klima in der Sternwarte

Beitrag von peter »

Hallo Zusammen

Ich möchte hier mal dieses Thema diskutieren: wie sollte das Klima in der Sternwarte sein, also Temperatur und Luftfeuchtigkeit um einerseits die Geräte optimal zu schützen und andererseits bei Beobachtungsbeginn optimale Bedingungen zu schaffen.

Ich habe eine isolierte (doppelwandiger) Kuppel und einem Titan-Oxid Farbanstrich. Der Unterbau ist aus Holz und nicht isoliert. Um etwas Luftaustausch zu haben, schliesst die Tür absichtlich nicht ganz dicht ab. In der Kuppel hat es einen Ventilator der Luft von Aussen ansaugt, der aber i.d.R. nicht eingeschaltet ist. Die Titan-Oxid Farbe (weiss!) reflektiert das Infrarot besonders gut und in der Kuppel bleibt es deshalb recht kühl. Tagsüber messe ich 4 bis 5 Grad niedrigere Temperatur als im Schatten. Und das, obwohl der Unterbau nicht isoliert ist und es im Sommer eigentlich so heiss wie in einer Sauna sein müsste.

Bei anhaltend feuchtem Wetter steigt die Luftfeuchtigkeit dann aber auch gerne an - und irgendwann kann das der Holzunterbau nicht mehr kompensieren. Ich habe deshalb noch einen kleinen Luftentfeuchter (Adsorptionstrockner), den ich aber nur selten verwende:
https://www.luftentfeuchter-shop.ch/ads ... teady.html
Mein Ziel ist es, die Luftfeuchtigkeit nicht über 70 % steigen zu lassen. In der Regel ist das durch richtiges Lüften (am Abend, nicht am Morgen) möglich.

Mich würde jetzt interessieren, ob ihr auch gelegentlich einen Lufttrockner einsetzt und ob ihr z.B. eure Sternwarte aktiv kühlt, etc. Habt ihr den Unterbau thermisch isoliert oder den Luftaustausch unterbunden (Abdichten der Tür).

Gruss, Peter
8" SCT, Canon 700D unmodifiziert, AST8300B CCD

Thomas Erzinger
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Re: Klima in der Sternwarte

Beitrag von Thomas Erzinger »

Hallo Peter, ich benutzte in meiner Garten-Sternwarte -seit Jahren- einen kleinen Luftenfeuchter. In meiner Baader Kuppel habe ich keinen Ventilator eingebaut.Ich wohne an einem eher windigen Ort. Die Instrumente und die Elektronik waren bei mir bei eingeschaltetem Entfeuchter nie beschlagen oder feucht. ich stelle wie du auch fest, dass aufgrund des Titan-Oxid Anstrichs und der guten doppelwandigen Isolation die Temperatur im Innern der Kuppel -auch im heissesten Sommer (wenn geschlossen)- 4-5°C tiefer ist. Der Entfeuchter läuft bei mir automatisch. Ich leere im Durchschnitt, so jeden 2 Tag den Wasserbehälter. Anfänglich hatte ich einen Schlauch nach draussen, ins Erdreich verlegt und diesen mit dem Entfeuchter verbunden. Doch damit drang bei Starkregen Wasser in die Sternwarte ein. Ich habe daraufhin den Schlauch wieder entfernt. Meine Kuppel habe ich mit einem 80 cm tiefen Fundament „unterkellert“. Diesen „Keller“nutze ich als Stauraum. Dazu haben ich im Boden Klappen eingebaut. Unter einer solchen Klappe steht auch der Entfeuchter und arbeitet (bei geöffneter Klappe) leise vor sich hin. Kühlen muss ich meine Sternwarte auch nicht, den Temperaturausgleich erziele ich durch das Öffnen der Kuppel und Kann es mit dem Öffnen der Türe noch beschleunigen. Kuppelseeing habe ich nur, wenn im Innern der Sternwarte eine Wärmequelle aktiv ist. Das kann auch passive abgestrahlte Wärme vom dunklen Holzboden bei der Sonnenbeobachtung sein, Wenn ich die Türe zum Ausgleich öffne oder die Wärmequelle abschirme oder entferne ist der Kessel aber schnell wieder geflickt.

Gruss Thomas

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