Supernova SN2026sqf

Die Mitglieder der Fachgruppe Spektroskopie beschäftigen sich mit der Beobachtung, Aufzeichnung und Analyse der Spektren von Sternen und weiteren astronomischen Objekten. Bei der Untersuchung von weit entfernten Sternen stellt deren Licht die einzige Informationsquelle dar. Daraus lassen sich jedoch höchst präzise und aufschlussreiche Erkenntnisse über Alter, Zusammensetzung und Zustand der Sterne gewinnen. Im Weiteren engagieren sich einige Mitglieder im Bau von Spektrographen unterschiedlicher Bauart.

Moderator: peter

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Richard
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Supernova SN2026sqf

Beitrag von Richard »

Hallo zäme

Hier der Beobachtungsbericht zur Spektralaufnahme der Supernova SN2026sqf in der Sternwarte der AGL Hubelmatt Luzern

Mit besten Grüssen

Richard
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Supernova SN2026sqf NGC3310 V1.1.pdf
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Richard
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von Richard »

MBrachet
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von MBrachet »

Hallo Richard,

vielen Dank für das Einstellen der sehr interessanten und spannenden Berichte! So langsam kommt genug Material für eine zweite Auflage Deines "Spectral Atlas" zusammen...

Das RAPAS ProAm Network um Christian Buil schlägt aktuell eine Klassifikation für SN 2026sqf vom sehr seltenen Typ SN Ia CSM vor: https://www.wis-tns.org/astronotes/astronote/2026-230

Die schmalen Emissionslinien sind demnach auf eine Wechselwirkung der emittierten Strahlung mit circumstellarem Wasserstoff zurückzuführen. Eine sehr lebhafte Debatte darüber zwischen Robin Leadbeater und den frankophonen Kollegen lässt sich hier verfolgen:

http://www.astrosurf.com/topic/184187-s ... -ngc-3310/
https://groups.io/g/astronomicalspectro ... /120326230

On verra ...

Beste Grüße

Matthias
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Richard
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von Richard »

Besten Dank Matthias für die interessanten Zusatzinfo!

Es lohnt sich tatsächlich die weitere Entwicklung zu verfolgen. Die fast "lanzenförmige" H alpha Emission ist für eine "normale" SN II SN tatsächlich etwas seltsam!

Mit besten Grüssen

Richard
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Richard
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von Richard »

Ergänzung:

Wie ich inzwischen, nach der Lektüre diverser Publikationen zu den "SN Ia CSM" Typen verstanden habe, soll dort die Explosion selbst eine Doppelstern SN des Typs Ia sein, welche mit der lokal reichhaltigen, zirkumstellaren Materie (CSM) interagiert, und dadurch mit starken H-Balmer Emissionen einen Typ II nur vortäuscht oder quasi maskiert. Die beim Typ Ia charakteristischen und sehr starken Fe- und Silizium Absorptionen, sollen sich hier quasi nur in den zahlreichen unscheinbaren "Buckeln" zwischen den Wasserstoffsignaturen manifestieren. Der einzige, mir zugängliche Hinweis auf einen möglichen Ia CSM Typ, ist lediglich die aussergewöhnlich "lanzenförmig" erscheinende H alpha Emission. Alles weitere bleibt für meine Analysemöglichkeiten, reine Spekulation. Trotzdem werde ich die weitere Entwicklung mit Interesse verfolgen. Vorläufig gehe ich mal weiter vom Typ II aus.
Patricia
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von Patricia »

Lieber Richard,

danke für den interessanten Beitrag und deinen unermüdlichen Einsatz!

Herzliche Grüsse,

Patricia
MBrachet
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von MBrachet »

Richard hat geschrieben: 31 Jul 2026, 16:50 Der einzige, mir zugängliche Hinweis auf einen möglichen Ia CSM Typ, ist lediglich die aussergewöhnlich "lanzenförmig" erscheinende H alpha Emission. Alles weitere bleibt für meine Analysemöglichkeiten, reine Spekulation. Trotzdem werde ich die weitere Entwicklung mit Interesse verfolgen. Vorläufig gehe ich mal weiter vom Typ II aus.
Hallo Richard,

die von Dir beschriebene lanzenförmige Linienform der H-alpha Emission lässt sich in einem Spektrum, das von Keith Shank aufgenommen und in der AAVSO-Datenbank eingestellt wurde, schon bei einer Auflösung von R=1000 sehr gut erkennen (LISA-Spektroskop) :
Slide1.JPG
Eine Modellierung der H-alpha-Linienform dieses Spektrums mit einer Lorentz-Funktion ergibt einen deutlich kleineren Restfehler als eine Modellierung mit einer Gauss-Funktion, da die Dämpfungsflügel besser mit der Lorentz-Funktionen angepasst werden können:
Slide2.JPG
Die Linienform entsteht wahrscheinlich durch Streuung von Elektronen im Wasserstoff-Plasma der circumstellaren Materie (CSM), in der durch Photorekombination das typische Balmer-Dekrement des Supernova-Spektrums entsteht. Aber das ist, wie Du schon oben treffend formuliert hast, noch reine Spekulation.

Beste Grüße

Matthias
MBrachet
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von MBrachet »

Eine gute Einführung in die Astrophysik von Supernova Explosionen vom Typ Ia CSM bietet das Buch von Branch und Wheeler:

https://link.springer.com/book/10.1007/ ... 62-55054-0

"Lines broadened by electron scattering tend to have symmetric wings with Lorentzian profiles (Münch 1948; Auer and van Blerkom 1972; Hillier 1991; Chugai 2001;
Laor 2006)."


Man findet darin den zeitlichen Verlauf des Spektrums von SN 2005gj, welches insbesondere in der Anfangsphase stark dem Verlauf des Spektrums von SN2026sqf ähnelt:

https://iopscience.iop.org/article/10.1086/507020/pdf
CSM_SN.jpg
Wie bereits oben diskutiert interpretieren die Autoren der Studie die H-alpha Linienform als Folge von Elektronenstreuprozessen:

"We suggest that the emission-line velocity profiles arise from electron scattering rather than the kinematics of the shock."

Beste Grüße

Matthias
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Richard
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von Richard »

Hallo Matthias

Besten Dank für die zusätzlichen Info und Überlegungen! Ich habe entschieden, mich an dieser Debatte nicht zu beteiligen und einfach abzuwarten, ob später noch die imposanten Absorptionen einer Ia Supernova im Kontinuum sichtbar werden. Das wäre für mich das einzige, überzeugende Indiz, dass es sich allenfalls um eine "maskierte" CSM SN handeln könnte. Ich habe diesbezüglich weder Ehrgeiz noch Eile! Hoffentlich erscheint demnächst eine professionelle Publikation über SN2026sqf. Bis jetzt überfällig scheint auch das eigentliche Explosionsdatum d = 0 zu sein, was ja nicht mit der Entdeckung identisch sein muss.

Beste Grüsse, Richard
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Richard
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Re: Supernova SN2026sqf

Beitrag von Richard »

Hier als Ergänzung noch ein überzeugendes Beispiel für eine CSM Variante
Dateianhänge
Aldering_2006_ApJ_650_510.pdf
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